Familienunternehmen – ein starker Arbeitgeber!

Von Nusha Namdar - 16. Oktober 2019, 12:43 Uhr
Familienunternehmen

Familienunternehmen sind in Deutschland besonders erfolgreich. Sie sind hierzulande in den vergangenen Jahren deutlich stärker gewachsen als beispielsweise die großen Dax-Konzerne. So stieg bei den größten 500 Familienunternehmen die Beschäftigung in den Jahren 2007 bis 2016 um 27 Prozent auf 2,54 Millionen Menschen. Das geht aus einer Analyse hervor, die das Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) im Auftrag der Stiftung Familienunternehmen unter dem Titel „Die volkwirtschaftliche Bedeutung von Familienunternehmen“ vorgelegt hat.

Auch bei Arbeitnehmern sind Familienunternehmen als potenzielle Arbeitgeber sehr beliebt, wie die Studie „Familienunternehmen als Arbeitgeber“ der Stiftung Familienunternehmen belegt. So schätzen 81,2 Prozent der Befragten die Arbeitsatmosphäre und den Teamgeist in solchen Betrieben besser ein als in Nicht-Familienunternehmen. Auch die Möglichkeit zum eigenverantwortlichen Arbeiten (80,8 Prozent) sowie das Vorhandensein flacher Hierarchien (74,9 Prozent) sehen die Befragten eher beim Familienunternehmen als bei solchen, die nicht in Familienhand sind.

Den Mitarbeitern und der Region verpflichtet

Tatsächlich weisen Familienunternehmen einige Besonderheiten auf, die eine Anstellung attraktiv machen. Die Autoren des Springer-Buchs „Management von Familienunternehmen“ haben in ihrem Band die besonderen Gegebenheiten der Führung von Familienunternehmen untersucht. Eine Besonderheit von ist ihre regionale Verwurzelung. Dies gilt auch, wenn das Unternehmen global am Markt agiert. Selbst bei einer Ausdehnung des Geschäfts auf internationale Märkte bleibt diese regionale Verwurzelung bestehen. Das hat vielfach einen positiven Einfluss auf die regionale Entwicklung und Auswirkungen auf das Unternehmen. Sie fühlen sich dadurch häufiger auch dazu verpflichtet, besondere Verantwortung für ihre Mitarbeiter zu übernehmen und diese langfristig im Unternehmen zu beschäftigen.

Beständigkeit im unternehmerischen Handeln

Ein weiteres wichtiges Merkmal von Familienunternehmen ist ihre Beständigkeit. Damit ist zum Beispiel das langfristige, generationenübergreifende Denken und Handeln von Familienunternehmen gemeint. Das stabile und langfristige Wachstum des Unternehmens steht im Vordergrund, denn Mitglieder von Unternehmerfamilien stehen häufig mit ihrem privaten Vermögen für alle firmenbezogenen Verbindlichkeiten ein. Risikoreiche Investitionen, die der kurzfristigen Gewinnmaximierung dienen, sind daher eher unwahrscheinlich und selten. Auch aus diesem Grund gilt eine Anstellung in einem Familienunternehmen als vergleichsweise sicher. Allerdings können tiefgreifenden Änderungen beim Generationswechsel diese Kontinuität durchbrechen.

Flexiblere Organisationsstrukturen

In Familienunternehmen ist typischerweise der private und betriebliche Bereich sehr eng miteinander verbunden. So entscheiden mitunter familiäre Bedürfnisse über die Beschäftigung von Familienmitgliedern und auch über deren Ausscheiden aus dem Unternehmen. Zudem herrschen oftmals andere Organisationsstrukturen, als man sie in anderen Unternehmen aus rein betriebswirtschaftlichem Nutzen heraus implementieren würde. In modernen Familienunternehmen sind die Hierarchien oftmals flacher, durchlässiger und nicht so starr wie in Konzernen mit mehreren Tausend Mitarbeitern – auch wenn es sicher noch das ein oder andere Unternehmen gibt, in dem es ein eher patriarchalisches Machtgefüge gibt. Der eigene Gestaltungsspielraum ist in aller Regel, vor allem je weniger Mitarbeiter beim Unternehmen beschäftigt sind, etwas größer. Eigeninitiative führt hier öfter zum Erfolg – wird auf der anderen Seite aber auch mehr eingefordert. Wer also gestalten will, ist in einem Familienunternehmen in der Regel sehr gut aufgehoben.

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