Eine ungewöhnliche Arbeitsplatzbesichtigung

Von Nusha Namdar - 20. Februar 2019, 12:06 Uhr
Arbeitsplatzbesichtigung der JOB AG

Als fürsorglicher Arbeitgeber ist es uns immer wieder eine Freude, zum Start neuer Mitarbeiter einen Besuch vor Ort zur Besichtigung des Arbeitsplatzes vorzunehmen. Auch wenn zumeist der Arbeitsplatz eines Ingenieurs bzw. Technikers wie der eines „normalsterblichen“ Büromitarbeiters aussieht, gibt es hin und wieder die Möglichkeit, ungewohnte Kulissen zu betreten.

Arbeitsplatzbesichtigung in einem Raumfahrtunternehmen

So gestaltete es sich bei unserer Mitarbeiterin im Labor bei einem renommierten Raumfahrtunternehmen in Bremen. Wir hatten uns im Vorfeld unsere Gedanken dazu gemacht, was uns erwarten könnte. Daher waren wir auf verrückte Professoren gefasst, die dort gefährliche Viren für/gegen die Menschheit züchten würden – eben das typische Bild, was man von der Arbeit im Labor hat. Haben wir unsere Mitarbeiterin versehentlich in die Höhle der Wissenschaftslöwen geschickt? Würde Sie nun als Einzige mit Ihren Labortätigkeiten wie Autoklavieren (klingt ja auch gefährlich!) die Welt vor einer durch einen Virus ausgebrochenen Zombiekalypse retten? Oder hatten wir einfach zu viele Filme gesehen?

Ein Labor als Büroarbeitsplatz

Mit einer gesunden Portion Skepsis meldeten wir uns ordnungsgemäß beim Empfang an. Zudem nahmen wir den Besucherausweis als Zugang zu den ersten Räumlichkeiten entgegen. Prompt wurden wir vom entsprechenden Ansprechpartner für das Labor abgeholt. Daraufhin wurden wir zum – zugebenermaßen langweiligen – Büroarbeitsplatz unserer Mitarbeiterin geführt. Da diese nicht an Ihrem Platz war, fühlten wir uns in unserer düsteren Vorahnung bestätigt. Wir mussten mehr sehen. Der Ansprechpartner bemerkte unsere Ungeduld. Daher hielt er sich mit seinen Ausführungen zum Büro kurz.  Im Anschluss zeigte er  den Reinraum zu zeigen, in dem sich das in unseren Köpfen verschwörerische Labor befand. Zunächst betrachteten wir das Ganze aus sicherer Entfernung von einer Aussichtsplattform durch Glas und konnten auf den ersten Blick nichts Verdächtiges feststellen. Laborarbeitsplätze mit entsprechenden Gerätschaften wie Mikroskopen, Reagenzgläsern etc. und ein paar wie Ärzte gekleidete – fast schon vermummte – Laboranten. Zum Glück trafen wir just in diesem Moment unsere Mitarbeiterin, die uns strahlend im Flur auf dem Weg ins Innere begegnete. Außerdem beteuerte sie, dass es hier ein angenehmes Arbeiten ist. Zudem erwähnte sie in keinem Ton, dass hier gefährliche Viren lauern könnten. Hätten wir ein Safe-Word ausmachen sollen?

Kittel, Haube & Schuhüberzieher

Doch für solche Überlegungen war es nun zu spät. Wir wurden mit Kittel, Haube und Schuhüberzieher vermummt, um in den Reinraum zu kommen. Angenehm kühle Temperaturen erwarteten uns dort. Ja klar! Denn diese verhindern einen unkontrollierten Killervirenausbruch – dachten wir uns. Allerdings wurden wir am Ort des Geschehens dann doch eines Besseren belehrt, denn Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Druck werden in Reinräumen immer konstant gehalten, um jederzeit vergleichbare Bedingungen für die Arbeiten dort zu schaffen. Außerdem stellte sich das böse Autoklavieren als harmlose Bearbeitung von organischen Proben in einem Druckbehälter dar, wie in einem Schnellkochtopf… also kochen auch verrückte Professoren nur mit heißer Luft?

Doch keine Zombiekalypse!

Aufgeklärt und zugebenermaßen etwas erleichtert, verließen wir gemeinsam mit dem Fachansprechpartner unsere Mitarbeiterin und ließen sie am zugebenermaßen vollkommen sicheren und dennoch ungewöhnlichen Arbeitsplatz zurück. Wir pellten uns aus Kittel, Haube und Schuhüberzieher und wurden angenehm freundlich wieder zum Abmelden an den Empfang geleitet. Da schien der obligatorische Handschlag zur Verabschiedung noch die meisten Viren verbreitet zu haben. Als eingefleischte Zombiefilm-Fans war diese Arbeitsplatzbesichtigung etwas enttäuschend! Jedoch haben wir als fürsorglicher Arbeitgeber die Welt wieder ein bisschen sicherer gemacht.

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