KI kostet Arbeitsplätze – und schafft viele neue

Von JOB AG - 18. März 2020, 8:56 Uhr

Dass die Digitalisierung die Arbeitswelt zunehmend umkrempeln wird, ist keine wirklich neue Erkenntnis. Besonders der künstlichen Intelligenz (KI) werden in dieser Hinsicht große Potenziale zugerechnet. Zu Beginn der digitalen Revolution war die Angst vor massivem Arbeitsplatzabbau noch sehr groß. Aktuellere Studien zeichnen mittlerweile ein deutlich weniger pessimistisches Bild. So geht das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung davon aus, dass ebenso viele neue Jobs entstehen wie wegfallen. Auch die Experten des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft sagen voraus, dass Roboter uns nicht allen unsere Arbeitsplätze wegnehmen werden.

Dennoch: Es gibt viele Bereiche, in denen KI in Zukunft Jobs kosten wird. Laut der Erhebung des Weltwirtschaftsforums (WEF) „The Future of Jobs“ aus dem Jahr 2018 werden weltweit bis 2022 durch die Entwicklung von Maschinen und Algorithmen schätzungsweise 75 Millionen Arbeitsplätze wegfallen – aber: Es würden gleichzeitig 133 Millionen neue entstehen. Außerdem, so die Studie, wollen 50 Prozent der befragten Unternehmen ihre Belegschaft reduzieren. Nur 38 Prozent wollen aufstocken. Allerdings wollen 48 Prozent zusätzlich Spezialisten zeitweise für bestimmte Aufgaben anheuern. Daraus lässt sich schließen, dass der lebenslange Job bei einer Firma immer rarer werden wird. Vielmehr wollen Unternehmer flexiblere Arbeitsverhältnisse, mehr Subunternehmer und Tele-Arbeit.

Neue Berufe entstehen

Aus den praktischen Erfahrungen der Unternehmen, die bislang KI-Systeme einsetzen, lassen sich ein paar neue Berufsbilder ableiten, die auf die zukünftige Arbeitnehmergeneration warten. Die WEF- Experten sehen hier vor allem für Datenanalysten und Wissenschaftler, Software- und Anwendungsentwickler, E-Commerce und Social Media Manager große Chancen. Außerdem sollen völlig neue Fachrollen entstehen, die im Zusammenhang mit neuesten technologischen Entwicklungen stehen. Dazu zählen Berufsbezeichnungen wie KI- und Machine-Learning-Spezialisten, Big Data- und, Prozessautomatisierungsexperten, Informationssicherheit-Analysten, User-Experience- und Mensch-Maschine-Interaktion-Designer, Robotik-Ingenieure und Blockchain-Spezialisten. Auch Neuronetz-Architekten, Dataset-Designer, Interaktions-Designer und Skill-Entwickler für Chatbots, Sprachassistenten und andere zukünftige KI-Anwendungen könnten Berufsbezeichnungen sein, die schon bald in Ausschreibungen nachgefragt werden.

Soft Skills werden wichtiger

Neben der Fähigkeit, mit relevanter neuer Technologie umzugehen, werden auch andere Kompetenzen – ungeachtet ihrer bereits vorhandenen Popularität – an Bedeutung gewinnen. Hier werden vor allem analytisches und innovatives Denken sowie der Wille und die Fähigkeit, sich schnell neue Fähigkeiten anzueignen, gefragt sein. Kreativität, Originalität und Initiative, kritisches Denken und Überzeugungskraft bei Verhandlungen seien ebenso wichtig, wie die Liebe zum Detail, Belastbarkeit, Flexibilität, Problemlösungskompetenzen und emotionale Intelligenz. Ganz allgemein lässt sich also sagen, dass neben dem berufsrelevanten „harten“ Fachwissen in Zukunft deutlich mehr Wert auf Kompetenzen gelegt wird, die Eigeninitiative, die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung und eigenständiges Lernen widerspiegeln.

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